Ich habe meine Ausbildung an der Berufsfachschule für Holz- und Elfenbein in Michelstadt im Odenwald absolviert. Hier kann man auch die Ausbildungen zum Elfenbeinschnitzer, Bildhauer und Schreiner machen. Die Drechslerausbildung dauert drei Jahre. Am Ende stehen schriftliche und mündliche Prüfungen, sowie das Herstellen eines selbstentworfenen Gesellenstückes. Bevor man zum Gesellenstück antreten kann muss man eine Zulassungsprüfung bestehen, in der ein vorgeschriebenes Werkstück gedrechselt werden muss. Sowohl die Zulassungsprüfung, als auch mein Gesellenstück wurden mit “Sehr gut” bewertet. Mit diesem Gesellenstück bin ichLandessieger des Landes Hessen im Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend geworden. Im März 2005 habe ich meine eigene Galerie eröffnet. Dort kann man nun meine Arbeiten live betrachten und außerdem einen Einblick in meine Werkstatt, sowie das Holzverkaufslager für Zuschnittholz gewinnen.

"Bei der Arbeit" und "Gesellenstück"




Zulassungsprüfung

Bevor der angehende Geselle die Gesellenprüfung absolvieren darf, muss er eine Zulassungsprüfung bestehen. Meine Prüfung bestand darin ein Paar aus Salz- und Pfefferstreuer maßgenau anzufertigen.

Gesellenstück

Mein Wunsch für mein Gesellenstück war es ein wirklich außergewöhnliches Collier zu entwerfen und zu verwirklichen, da ich mich schon seit längerer Zeit mit einer Studie von Halsketten unterschiedlicher Formen und Materialien beschäftigte. Die Idee zu diesem besonderen Collier entwickelte sich durch längeres Experimentieren und Zeichnen. Damit war jedoch noch nicht die Frage beantwortet, mit welchen Materialien ich das Stück gestalten sollte. Ich begann verschieden Entwürfe von Materialienzusammenstellungen zu zeichnen, um die Spitzen des Colliers zusammenzustellen. Dabei versuchte ich zu beachten, welche Materialien farblich zusammenpassen. Besonders wichtig war mit, dass fast jede der Spitzen einzigartig in der Gestaltung ihrer Materialien ist, und das das Collier trotzdem eine harmonische Gesamtwirkung hat. Ich hatte bei der Gestaltung dieses Colliers nicht im Sinn, dass das Stück im alltäglichen Gebrauch getragen wird, wie etwa als besonders Accessoire bei einem Abendball. Das Collier hat zwar in jedem Fall die Funktion eines Halsschmuckes, dennoch ist mehr ein Kunstobjekt. Ich könnte es mir zum Beispiel als besondere Ergänzung einer Modenschau vorstellen.Insgesamt hat sich eine, so denke ich, sehr schöne Idee eines Halsschmuckes entwickelt, den ich mit sehr viel Freude verwirklicht habe.

Das Collier ist aus den Materialien Ebenholz, Rinderknochen, Horn, Mammutelfenbein und Bernstein gefertigt. Es besteht je aus acht Knochen und Ebenholzgliedern. An den Ebenholzgliedern befindet sich je eine Spitze, die aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sind. Die Kettenglieder sind 30mm lang und haben einen Durchmesser von 24mm. An den Enden sind sie gerundet. Die Spitzen haben eine Länge von 115mm, der größte Durchmesser beträgt 24mm und der kleinste 10mm. Die Spitzen und Ebenholzglieder sind miteinander verdübelt und verleimt. Die einzelnen Teile sind auf einem Stahlfaden angeordnet.

Die Bernsteinspitze
Die Bersteinspitze liegt vorn auf dem Dekollete. Die Spitze besteht aus einem kleinen Bernsteinstück. Darunter befindet sich ein schmaler Ring aus Rinderknochen. Darauf folgt ein langes Stück aus Ebenholz, dann ein schmaler Ring aus Rinderknochen. Darunter sitzt ein relativ breites Hornstück, sowie wiederum ein schmaler Rinderknochenring. Zwischen dem Abschlussstück der Spitze aus Rinderknochen und dem letzten Knochenring befindet sich noch ein Ebenholzstück.

Die hellen Hornspitzen
Von diesen Spitzen habe ich zwei Exemplare angefertigt. Sie sitzen jeweils um 45° versetzt neben der Bersteinspitze. Die Spitzen bestehen aus einem Hornstück. Darauf folgt ein etwas längeres Stück aus Rinderknochen und ein Ebenholzstück. Der Abschluss besteht aus einem Rinderknochenstück.




Die Mammutspitzen
Auch von diesen Spitzen habe ich zwei angefertigt. Sie sitzen auf den Schultern. Ganz oben sitzt ein kleines Mammut-elfenbeinstück. Anschließend folgt ein langes Stück aus Ebenholz Den Abschluss bilden das Rinderknochenstück.



Die dunklen Hornspitzen
Auch von diesen Spitzen wurden zwei angefertigt. Sie sitzen um 45° versetzt neben den Mammutspitzen. Sie bestehen oben aus einer Hornspitze, die gefolgt ist von einem langen Stück Ebenholz. darauf folgt ein schmaler Ring aus Horn. Anschließend kommt ein kurzes Stück Ebenholz, das direkt an das Abschlussstück aus Rinderknochen anschließt.

Die hintere Spitze
Diese Spitze ist wie die Bernsteinspitze ein Einzelstück. Sie liegt ihr gegenüber auf dem Rücken. Den Anfang bildet ein Hornstück. Danach kommt ein längeres Rinderknochenstück, das gefolgt ist von einem Ebenholzring. Darauf folgt wieder ein Stück aus Ebenholz. Den Abschluss bildet wiederum ein Rinderknochenstück.

Der Verschluss
Der Verschluss besteht aus zwei gleichen Teilen aus Rinderknochen, die über ein Gewinde zu verschließen sind.